Bild vom Gebäude der Inneren Medizin am Charité-Campus Mitte Berlin
Foto: Ralph Berger/ Charité

Dekubitus - Prävention und Management an der Charité - Universitätsmedizin Berlin

Ein Dekubitus (Druckgeschwür) führt oft zu Schmerzen und damit zu Einschränkungen der Lebensqualität, verlängerten Krankenhausaufenthalten und aufwändigen Behandlungen. Der Charité ist es ein großes Anliegen, Druckgeschwüre konsequent durch vorbeugende Maßnahmen (Prophylaxen) zu verhindern.

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Deutscher Preis für Patientensicherheit

Für das „Risikomanagement Dekubitus und Sturz an der Charité – Universitätsmedizin Berlin“ erhielt das Team des Klinischen Qualitäts- und Risikomanagements 2015 den „Deutschen Preis für Patientensicherheit, 1. Platz“. Dieser Preis wird jährlich vom Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) verliehen.

Was ist ein Dekubitus?

Ein Dekubitus ist eine lokal begrenzte Schädigung der Haut und/oder des darunterliegenden Gewebes, in der Regel über knöchernen Vorsprüngen, infolge von Druck oder von Druck in Kombination mit Scherkräften.
Dekubitalgeschwüre lassen sich in Abhängigkeit der Tiefe in verschiedene Kategorien (Schweregrade) einteilen.

Prophylaxe nach wissenschaftlichen Erkenntnissen

Um die Entstehung eines Dekubitus zu vermeiden, finden an der Charité zahlreiche Maßnahmen Anwendung:

  • Im Rahmen der Anamnese erfolgt eine strukturierte Einschätzung des individuellen Risikos für jeden Patienten und jede Patientin.
  • Diese Einschätzung wird in regelmäßigen Abständen wiederholt.
  • Daraus resultiert die Planung individueller Maßnahmen (wie z. B. Unterstützung bei der Bewegung, Einsatz passender Hilfsmittel). Dabei werden auch Spezifika wie sehr lange OP-Zeiten, Adipositas, Pädiatrie berücksichtigt.
  • Im Bedarfsfall erfolgt eine Einbeziehung von Pflegeexperten (z. B. Bewegungslehrern) und anderen Berufsgruppen wie Physiotherapeuten.

Der Ablauf der Dekubitusprophylaxe an der Charité ist in einer Verfahrensanweisung für alle stationären Bereiche geregelt. Dieser wird regelmäßig mit Experten aus der Praxis und auf Grundlage aktueller pflegewissenschaftlicher Erkenntnisse aktualisiert.
Flankiert wird das Dekubitusmanagement von regelmäßigen Schulungen des Personals zum Thema Prävention und Therapie.

Therapie nach Leitlinie

Kommt es trotz der Präventionsmaßnahmen zu einer Dekubitusentstehung, steht eine moderne, und leitliniengerechte Wundtherapie im Mittelpunkt:

  • Die Wundtherapie basiert auf dem Zusammenspiel der unterschiedlichen Berufsgruppen (wie Chirurgie, Pflege, Wund- und Stomatherapeuten nach ICW.
  • Alle schwerwiegenden, in der Charité entstandenen Druckgeschwüre, werden im Rahmen von Fallkonferenzen analysiert. Dabei werden die Ursachen ermittelt und Maßnahmen zur künftigen Vermeidung abgeleitet.
  • Eine umfassende digitale Wunddokumentation steht allen an der Behandlung Beteiligten Experten zur Verfügung.

Monitoring, Auswertungen und Vergleiche

Um einen Überblick über das Vorkommen und die Entstehungshäufigkeit von Druckgeschwüren zu erhalten, erstellt das klinische Qualitäts- und Risikomanagement Statistiken für alle stationären Bereiche. Diese dienen auch dem internen Vergleich der Stationen untereinander.
Bei der externen (gesetzlich vorgeschriebenen) Qualitätssicherung geht das Thema Dekubitus als Indikator für die Qualität der Pflege ein.

Audits

Das klinische Qualitäts- und Risikomanagement überprüft regelmäßig die Umsetzung des Dekubitusmanagements auf den Stationen und gibt Rückmeldung zu den Ergebnissen und möglichen Verbesserungsmaßnahmen.

Fallkonferenzen

Gemeinsam mit pflegerischem und ärztlichem Personal werden Dekubitus der Kategorie 4 systematisch analysiert. Durch die Reflexion können Handlungsfelder  und Verbesserungspotential identifiziert  werden.

Ansprechpartner

Armin Hauss

MSc in Nursing
BSc in Nursing
Fachkrankenpfleger für Anästhesie- und Intensivmedizin
Risikomanager (TÜV)

Bild von Armin Hauss
Kristine Schmidt

Diplom-Pflegewirtin (FH)
Krankenschwester
DGQ-Qualitätsbeauftragter und interner Auditor
Risikomanagerin (TÜV)

Bild von Kristine Schmidt
Thomas Skiba

Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin
Kinästhetik Bewegungslehrer

Bild von Thomas Skiba